Tourismus in Litauen
Litauen verbindet barocke Städte, Burgen, Wälder, Seen und die Ostseeküste zu einem lohnenden Reiseziel.
Warum Litauen besuchen?
Litauen nimmt im europäischen Reisegeschehen einen besonderen Platz ein. Es ist wirklich schön, hat eine tiefe Geschichte und ist noch nicht vom Massentourismus überrollt. Wer eine sowjetisch-graue Landschaft erwartet, wird sofort entwaffnet von der Pracht von Vilnius, dem Charme von Kaunas und der wilden Schönheit der Kurischen Nehrung. Die Preise liegen weiterhin deutlich unter denen Westeuropas, und Englisch versteht man fast überall.
Vilnius, die barocke Hauptstadt
Die Altstadt von Vilnius gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist die größte erhaltene mittelalterliche Altstadt Nordeuropas. Auf 3,6 Quadratkilometern reihen sich Kopfsteinpflastergassen, barocke Kirchen, Renaissancehöfe und gotische Türme aneinander. Der Domplatz mit der klassizistischen Kathedrale, dem Palast der Großfürsten und der berühmten Stebuklas-Platte, auf der man sich im Uhrzeigersinn drehen kann, um sich etwas zu wünschen, bildet das zeremonielle Herz der Hauptstadt. Das Viertel Užupis, eine selbst ausgerufene Künstlerrepublik mit eigener Verfassung, gibt Vilnius seine kreative Seele.
Kaunas, die Stadt der Moderne
Litauens zweite Stadt ist das bestgehütete architektonische Geheimnis des Landes. In der Zwischenkriegszeit, von 1919 bis 1940, als Vilnius unter polnischer Kontrolle stand, war Kaunas vorübergehende Hauptstadt. Aus dieser Phase stammt eine Sammlung modernistischer Architektur, die 2023 von der UNESCO als Erbe von außergewöhnlichem universellem Wert anerkannt wurde. 2022 war Kaunas Kulturhauptstadt Europas. Die Fußgängermeile Laisvės alėja und die rege Cafészene laden zum Verweilen ein.
Die Kurische Nehrung
Diese UNESCO-Welterbestätte, ein schmaler Landstreifen, der das Kurische Haff von der Ostsee trennt, erstreckt sich über 98 Kilometer. Der litauische Abschnitt ist von Klaipėda aus mit einer kurzen Fähre erreichbar. Die Großen Dünen erheben sich auf über 60 Meter, hohe Wände aus hellem Sand, die langsam nach Süden wandern. Der Hexenberg bei Juodkrantė ist ein Skulpturenpark im Wald, in dem geschnitzte litauische Volksgestalten zwischen den Kiefern auftauchen. Das Dorf Nida, mit dem Sommerhaus von Thomas Mann und der Parnidis-Düne, bleibt vor allem zum Sonnenuntergang im Gedächtnis.
Trakai, die Inselburg
Nur 28 Kilometer von Vilnius entfernt, ragt die gotische Backsteinburg von Trakai eindrucksvoll aus dem Galvė-See, mit dem Ufer durch Holzbrücken verbunden. Sie ist das meistfotografierte Motiv Litauens. In Trakai leben außerdem die Karaim, eine kleine türkischsprachige Gemeinschaft, die seit dem 14. Jahrhundert hier ansässig ist. Ihre kibinai, halbmondförmige Teigtaschen mit Schaffleischfüllung, sollte man unbedingt probieren. Ein Tagesausflug von Vilnius lohnt sich.
Nationalparks und Natur
Etwa ein Drittel des Landes ist bewaldet, und fünf Nationalparks schützen die wichtigsten Naturlandschaften. Der Aukštaitija-Nationalpark ist eine seenreiche Landschaft alter Wälder, ideal zum Paddeln und Wandern. Im Žemaitija-Nationalpark liegt der eiszeitliche Plateliai-See. Der Dzūkija-Nationalpark im Süden ist berühmt für das Pilzesammeln und das traditionelle Handwerk. Litauens Radwegenetz umfasst über 3.200 Kilometer.